
Kokand
Kokand
Als ehemalige Hauptstadt des Khanats von Kokand öffnet die Stadt die Pforten zum Ferghanatal mit ihrem königlichen Palast, ihrer Moschee mit 98 Säulen und ihren Gassen aus einer anderen Zeit.
Ehemalige Hauptstadt des Khanats (Königreichs) von Kokand – die gleichnamige Stadt ist die erste Etappe einer Entdeckungsreise durch das Ferghanatal. Einst als eine der größten heiligen Städte Zentralasiens bekannt, präsentiert sich Kokand heute als Mischung aus moderner Neustadt und alter Stadt, die ihren historischen Charme mit labyrinthischen Gassen bewahrt hat. Trotz der vorherrschenden Modernität bleibt Kokand eine sympathische Stadt, die bei einer Reise durch Usbekistan nicht fehlen sollte.
Ein wenig Geschichte
Kokand gehört zu den ältesten Städten Usbekistans. Seine Geschichte reicht bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. zurück, doch der erste schriftliche Nachweis seiner Existenz stammt aus dem 10. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Bezüglich des Ursprungs des Stadtnamens wurden mehrere Hypothesen aufgestellt. Nach Istakhri (ein persischer Geograph) und Ibn Khaoukal (ein arabischer Historiker des 10. Jahrhunderts) stammt Kokand von „Khavokand" ab, was „gut", „schön", „angenehm" oder auch „die Stadt des Windes" bedeutet. Chinesische Quellen berichten, dass die Stadt unter den Namen „Khouvkan" und „Gouychan" bekannt war. Nach einigen Theorien stammt der Name aus dem Persischen: kou (Hügel) und kand (Stadt). Leider sind die Daten unzureichend, um eine dieser Theorien zu bestätigen.
Diese Stadt im Südwesten des Ferghnatals war einer der bevorzugten Orte Dschingis Khans. Kokand ist auch für das prächtige Fest bekannt, das Amir Timur (Tamerlan) zur Hochzeit seiner Enkel veranstaltete. Diese Feier versammelte etwa 500 Botschafter der unterworfenen Stämme. Das Khanat (Königreich) von Kokand erlebte seinen Höhepunkt 1821 unter der Herrschaft von Muhammad Ali Khan, besser bekannt als Madali Khan. Zu dieser Zeit ähnelte die Stadt den größten heiligen Städten Zentralasiens mit über 600 Moscheen, 15 Medresen, 45 Schulen, 19 Bibliotheken.
Ab 1842 gelang es dem Khan von Buchara jedoch, Kokand zu erobern, wobei Madali Khan und seine gesamte Familie ermordet wurden. Obwohl die Einwohner versuchten, Madalis Cousin auf den Thron zu setzen, konnte das Königreich Kokand seine frühere Macht nicht wiederherstellen und blieb ständig unter russischer und bucharer Herrschaft.
Nach der Unabhängigkeit Usbekistans erlebte die Stadt einen zweiten Aufschwung. Durch eine neue Eisenbahnlinie mit Taschkent und Orenburg verbunden, wurde sie zu einem wichtigen Baumwollmarkt Zentralasiens und zum Finanzzentrum des Ferghnatals. 1922 wurde die Stadt dann endgültig der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik angegliedert.
Kokand heute
Heute ist Kokand eine relativ moderne Stadt mit knapp über 250.000 Einwohnern. Sie hat es jedoch geschafft, ihren historischen Charme trotz der Umbauten der letzten Jahre zu bewahren. Die Altstadt, die einst das Herz des Khanats war, steht noch und es ist ein Vergnügen, sich in ihren kleinen Gassen zu verlaufen und dabei die Ruhe und Atmosphäre vergangener Zeiten zu genießen.
Von seinen prächtigen Monumenten sind nur noch drei erhalten: der Khoudoyar-Palast, die Djouma-Moschee (Freitagsmoschee) und die Mir-Madrasa (Narbutabey).
Sie können die Erkundung der Stadt mit einem Besuch des Khoudoyar-Khan-Palasts beginnen. Dieser wurde zwischen 1863 und 1875 vom letzten Khan von Kokand erbaut und bei der sowjetischen Eroberung zerstört. Der Palast verfügte ursprünglich über 7 Höfe und 114 Zimmer. Heute bleiben nur noch 4 Höfe und 9 Räume übrig, von denen die meisten in Ausstellungssäle umgewandelt wurden. Im Innern kann man sich leicht die Pracht vorstellen, die einst in diesen Räumen herrschte, während die Restauratoren außen die blauen, grünen und gelben Mosaike in ihrer ursprünglichen Schönheit wiederherstellt haben.
Nach dem Palast geht es zur Djouma-Moschee oder Freitagsmoschee, die nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Dieses im 19. Jahrhundert erbaute Gebethaus beeindruckt durch sein Dach, das von 98 geschnitzten Holzsäulen getragen wird. Setzen Sie Ihren Spaziergang mit einem Besuch der Mir-Madrasa fort, die früher unter dem Namen Narbutabey bekannt war. Zum Abschluss besuchen Sie das Mausoleum Modari Khan, um die Schönheit der Struktur und seiner blauen Kuppel zu bewundern.
Klima
Kokand verfügt über ein kontinentales Klima mit heißem und trockenem Sommer sowie mildem Winter. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei etwa 17° C. Die beste Zeit zum Besuch ist zwischen April und Juni, wenn die Durchschnittstemperatur etwa 25° C beträgt. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur bei −1° C und kann bis auf −26° C fallen.
Um von Taschkent nach Kokand zu gelangen, haben Sie die Wahl zwischen Flugzeug, Bus oder Zug.
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